Website selbst machen oder machen lassen?
Die kurze Antwort: Zwei Fragen entscheiden das, und mit Technik hat keine davon zu tun. Wie viele Stunden hast du in den nächsten Wochen wirklich frei? Und schreibst du gern?
Wer Zeit hat und gern schreibt, fährt mit einem Baukasten gut und spart vierstellig. Wer abends um neun erst an den Schreibtisch kommt, hat nach sechs Monaten eine halbfertige Seite und ist ärmer an Nerven statt an Geld.
Ich verkaufe Websites, das weißt du. Unten steht trotzdem, wann selbst machen die bessere Entscheidung ist. Das ist ernst gemeint.
Was es kostet, wenn du es abgibst, steht weiter unten. Alle Posten im Einzelnen stehen hier: was eine Website für einen kleinen Betrieb kostet.
Was „selbst machen" wirklich an Zeit kostet
Die Baukasten-Werbung zeigt jemanden, der in zwanzig Minuten eine Seite zusammenschiebt. Das stimmt sogar, für eine Seite, die aussieht wie die Vorlage und auf der nichts Eigenes steht.
Realistisch kommen bei einem ersten Mal diese Posten zusammen:
- Einarbeitung. Welcher Anbieter, welche Vorlage, wie funktioniert der Editor, warum verschiebt sich auf dem Handy alles.
- Aufbau. Seiten anlegen, Menü sortieren, Farben und Schriften, und danach das Ganze noch einmal für die Handyansicht.
- Bilder. Suchen, zuschneiden, verkleinern. Wer eigene Fotos hat, ist schneller. Wer Stockfotos sucht, verliert hier erstaunlich viel Zeit.
- Texte. Der größte Posten, dazu gleich mehr.
- Technisches Kleinzeug. Domain verbinden, Impressum, Datenschutz, Kontaktformular, Cookie-Hinweis.
Trag deine eigene Lage ein. Die Zahl, die unten herauskommt, ist das eigentliche Entscheidungskriterium.
Wie lange würdest du selbst brauchen?
Trag ein, wie es bei dir wirklich aussieht. Lieber knapp schätzen, sonst beantwortest du eine Frage, die du gar nicht hast.
- Einarbeitung und Aufbau
- Texte schreiben
- Bilder, Domain, Rechtliches
Bei 4 Stunden in der Woche brauchst du etwa 22 h, also rund 6 Wochen. Das ist gut machbar. Wenn dir das Schreiben nicht im Weg steht und an der Seite nicht sofort Umsatz hängt, bau sie selbst. Du sparst vierstellig und lernst dabei etwas.
Geschätzte Werte für jemanden, der das zum ersten Mal macht. Es gibt dazu keine belastbare Erhebung, also behaupte ich auch keine. Wer schon einmal eine Seite gebaut hat, ist deutlich schneller.
Woran es bei fast allen hängenbleibt
Nicht an der Technik. An den Texten.
Das Muster ist immer dasselbe. Das Gerüst steht nach zwei Wochenenden, und es sieht ordentlich aus. Dann stehen da zwölf Kästen mit „Lorem ipsum" oder „Hier kommt Ihr Text hin", und jeder einzelne verlangt eine Entscheidung darüber, wer du eigentlich bist und was dich von dem Betrieb drei Straßen weiter unterscheidet.
Das ist keine Schreibaufgabe, das ist eine Denkaufgabe. Und Denkaufgaben schiebt man abends um neun verlässlich auf den nächsten Tag.
Ich habe noch keinen Betrieb erlebt, der an der Technik gescheitert ist. Die Baukästen sind gut genug. Gescheitert wird an dem leeren Kasten, in dem „Über uns" stehen soll.
Wenn du das von dir selbst weißt, ist die ehrliche Rechnung nicht „Baukasten gegen Agentur", sondern „halbfertige Seite seit acht Monaten gegen fertige Seite in drei Wochen".
Wann selbst machen die richtige Entscheidung ist
Es gibt Fälle, in denen ich dir abraten würde, Geld auszugeben. Die hier:
Du hast Zeit und schreibst gern. Dann ist ein Baukasten eine gute Sache. Du zahlst 10 bis 30 Euro im Monat, lernst nebenbei, wie das Netz funktioniert, und kannst jederzeit selbst etwas ändern. Das ist keine Notlösung, das ist für viele der passende Weg.
Du weißt noch nicht, wohin es geht. Wer gerade erst anfängt und in sechs Monaten vielleicht etwas ganz anderes anbietet, sollte kein Geld in eine Seite stecken, die dann nicht mehr passt. Bau dir etwas Einfaches und warte, bis sich das Angebot gesetzt hat.
Die Website ist für dich nur eine Visitenkarte. Wenn deine Kunden über Empfehlung kommen und die Seite nur da sein muss, damit jemand die Öffnungszeiten findet, reicht eine Seite aus dem Baukasten vollkommen. Dann ist jeder Euro darüber hinaus verschenkt.
Das Budget ist wirklich eng. Dann ist eine selbstgebaute Seite, die es gibt, besser als eine schöne, die es nicht gibt. Das ist keine Floskel, das ist einfach wahr.
Wann es teuer wird, obwohl du nichts bezahlst
Die Rechnung dreht sich, sobald eines davon zutrifft:
An der Seite hängt Umsatz. Wenn Leute dich über Google finden sollen und das ein Teil deiner Neukunden ist, dann ist eine Seite, die nicht überzeugt, kein gespartes Geld. Sie kostet dich Anfragen, die du nie zu sehen bekommst, und deshalb merkst du es auch nicht.
Du brauchst mehr als Text und Bilder. Terminbuchung, Reservierung, Kursplan, ein Rechner. Im Baukasten geht das über Zusatzmodule, die oft extra kosten, nicht ineinandergreifen und beim nächsten Update anders aussehen. Das ist der Punkt, an dem die meisten Selbstbau-Projekte kippen.
Deine Zeit ist teurer als der Preis. Eine Handwerkerstunde liegt je nach Gewerk bei 50 bis 70 Euro. Wenn du 40 Stunden an einer Website sitzt, die du für 1.290 Euro bekommen hättest, hast du nicht gespart. Du hast eine Woche nicht gearbeitet.
Du schiebst es seit Monaten vor dir her. Das ist das deutlichste Zeichen von allen. Wenn es dir wichtig genug wäre, wäre es längst fertig. Es ist nicht Faulheit, es ist eine Prioritätenentscheidung, die du jeden Tag triffst, ohne sie auszusprechen.
Der dritte Weg, den kaum jemand nennt
Es muss nicht alles oder nichts sein. Zwei Zwischenwege funktionieren gut:
Erst eine Seite, später mehr. Eine einzelne gute Seite schlägt fünf halbfertige. Du beantwortest darauf, was du machst, für wen, was es kostet und wie man dich erreicht. Mehr braucht kein Betrieb am Anfang. Unterseiten kannst du später ergänzen, wenn du weißt, welche du wirklich brauchst.
Selbst bauen, Texte machen lassen. Wenn dir das Bauen Spaß macht und nur die Texte liegenbleiben, lass genau die schreiben und setz sie selbst ein. Das ist deutlich günstiger als eine komplette Website und löst den Teil, an dem es tatsächlich hängt.
Beides ist weniger Umsatz für mich als ein voller Auftrag. Beides ist für manche Betriebe trotzdem die richtige Entscheidung, und dann sage ich das.
Was es kostet, wenn du es machen lässt
Damit du die Zahl aus dem Rechner oben einordnen kannst:
Bei mir kostet eine einzelne Seite 1.290 Euro und eine komplette Website mit fünf bis sechs Unterseiten 2.900 Euro. Beides zum Festpreis, die Texte sind drin, zwei Korrekturrunden auch. Der erste vollständige Entwurf steht nach drei bis fünf Tagen. Alle Preise netto.
Laufend zahlst du nichts an mich. Domain und Hosting buchst du selbst, meist fünf bis zehn Euro im Monat, und die Dateien gehören dir.
Dass die Texte enthalten sind, ist dabei kein Zusatz, sondern der Kern. Genau daran scheitern die Projekte, die im Sand verlaufen.
Wie du dich entscheidest
Drei Fragen, ehrlich beantwortet. Nicht wie du gern wärst, sondern wie du in den letzten drei Monaten tatsächlich warst.
- Wie viele Stunden habe ich in den nächsten vier Wochen frei? Nicht theoretisch, sondern nach Feierabend und Familie.
- Setze ich mich abends hin und schreibe über mich selbst? Wenn du zögerst, ist die Antwort Nein.
- Was passiert, wenn die Seite in sechs Monaten noch nicht fertig ist? Nichts? Dann mach es selbst, in Ruhe. Entgeht dir dann Umsatz? Dann gib es ab.
Wenn du unsicher bist, schau dir an, wie das Ergebnis aussehen könnte: Ich habe sechs vollständige Beispiel-Websites gebaut, die du anklicken und bedienen kannst. Danach weißt du besser, ob du das selbst hinbekommst, und das ist eine ehrliche Entscheidungsgrundlage in beide Richtungen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Website selbst zu bauen? Für eine einzelne Seite beim ersten Mal etwa 20 bis 25 Stunden, verteilt auf Einarbeitung, Aufbau, Bilder, Texte und das rechtliche Kleinzeug. Bei vier freien Stunden pro Woche sind das rund sechs Wochen. Mehrere Unterseiten und eine echte Funktion wie Terminbuchung können das auf 70 Stunden und mehr treiben.
Lohnt sich ein Baukasten für einen kleinen Betrieb? Ja, wenn du Zeit hast, gern schreibst und die Seite vor allem da sein muss, damit jemand Öffnungszeiten und Kontakt findet. Dann zahlst du 10 bis 30 Euro im Monat und sparst vierstellig. Nein, wenn an der Seite Umsatz hängt oder du eine Buchung oder Reservierung brauchst.
Woran scheitern selbstgebaute Websites am häufigsten? An den Texten, nicht an der Technik. Das Gerüst steht meist nach zwei Wochenenden. Danach bleiben die leeren Kästen stehen, in denen beschrieben werden soll, was den Betrieb ausmacht. Das ist eine Denkaufgabe, und die schiebt man abends verlässlich auf.
Was kostet es, eine Website machen zu lassen? Bei mir 1.290 Euro für eine einzelne Seite und 2.900 Euro für eine komplette Website mit fünf bis sechs Unterseiten, jeweils zum Festpreis mit Texten und zwei Korrekturrunden. Laufend fallen nur Domain und Hosting an, meist fünf bis zehn Euro im Monat direkt beim Anbieter. Alle Preise netto.